Nicht einmal 25 Prozent!

Gemeindenachrichten

„Öko“ ist ein Begriff der in den vergangenen Jahrzehnt immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Bedeutet er für die einen den notwendigen Wandel hin zur Nachhaltigkeit, ist er für die anderen fast schon zum Unwort verkommen. Genervt, so scheint es mir, von immer mehr Bewusstheit bei der Herstellung von Nahrung, Kleidung oder auch Energie.

So betonte auch Anselm Löweneck auf der vergangenen Gemeinderatssitzung, dass er bei der Haushaltslage nicht noch Geld für „irgend so ein ÖKO Label“ ausgeben müsse, als über den Ökostromanteil abgestimmt wurde der zukünftig von der Stadt eingekauft werden soll. Zustimmendes Kopfnicken gab es dabei von seinen Fraktionskollegen, auch denen der JU. Aber auch bei den Freien Wählern.

Leider wurde Schriesheim durch diese Meinungen von CDU, Freie Wähler und FDP (Herr Renkenberger lenkte wenigstens bei 25% ein) der Chance beraubt ein Zeichen für die Energiewende zu setzen. Umso ironischer, fast schon lächerlich, fand ich deshalb die Aussage von Herrn Löweneck „man könne ja ein ruhiges Gewissen haben, da man mit Schwarz/Gelb den Atomausstieg beschlossen hat“. Auch da hat man leider lang genug gebraucht um seine Fehler der Vergangenheit zu erkennen, die jetzt erneut auf kommunaler Ebene begangen werden.

Das man ein so global bedeutsames Thema auf kommunaler Ebene dazu ausnutzt um sich „Anti Öko“ zu präsentieren oder gar irgendwelche Machtspiele zu spielen, ist höchst unseriös und geht an der Sache vorbei!

Wenn es einem nur ums Geld gehen würde, hätte man seine „Energien“ lieber mal darauf gerichtet konstruktive Vorschläge zu bringen wie Schriesheim in Zukunft Strom einsparen kann.

Der Gesamtverbrauch der Stadt Schriesheim liegt nämlich bei ca. 4.000.000 Kilowattstunden pro Jahr und damit wesentlich höher als in unseren Nachbargemeinden. Auch ohne Straßenbeleuchtung kommt man noch auf einen Stromverbrauch von 3,1 Millionen Kilowattstunden. Schuld für diesen enorm hohen Verbrauch seien laut Bürgermeister Höfer u.a. die Nachtspeicheröfen im Kurpfalz-Schulzentrum.

Bereits wenige Prozent an Stromeinsparung würden also wohl die möglicherweise anfallenden Mehrkosten wieder decken. (Da noch keine Angebote vorliegen ist es sowieso noch ungewiss, ob der Ökostrom denn wesentliche Mehrkosten bringen würde)

Hier gibt es also definitiv Bedarf etwas zu tun und so langfristig Geld zu sparen!

Anlässlich des aktuellen Themas haben wir Jusos beschlossen unseren „Stromspartipp der Woche“, den es vor 2 Jahren an dieser Stelle regelmäßig gab, wieder einzuführen.

Der Vollständigkeit halber sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass Schriesheim in Zukunft den Strom gemeinsam mit anderen Gemeinden aus der Region einkaufen wird. Dossenheim und Hemsbach haben hierbei bereits einen Öko-Anteil von 100% verabschiedet. Hirschberg und Ladenburg einen Anteil von 50%. Auf einer Versammlung der Bürgermeister hatte man vorher lediglich die Vorgabe von 25% beschlossen. Umso peinlicher, dass Schriesheim bei NULL Prozent gelandet ist!

Stromspartipp der Woche:

Richtig Lüften

Stoßlüften ist umweltfreundlicher als Dauerlüften

Bereits in ca. 5 min. wird die Raumluft „ausgetauscht“

Der Lüftungseffekt ist am größten, wenn alle Räume bei offenen Innentüren gleichzeitig gelüftet werden

Quelle: EWS Schönau und Bund der Energieverbraucher

Marco Ginal für die Jusos Schriesheim-Dossenheim

 
 

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