Header-Bild

Juso AG Schriesheim-Dossenheim

Gesetzliche Verankerung des Grundsatzes der Tarifeinheit

Anträge

Antragsteller: Mitgliederversammlung Jusos Rhein-Neckar
Empfänger: SPD Rhein-Neckar, SPD Baden-Württemberg, SPD-Bundesparteitag
Datum: 26.2.2010

Antrag:

Wir fordern eine gesetzliche Verankerung des Grundsatzes der Tarifeinheit.

Begründung: Am 27.1.2010 hat das Bundesarbeitsgericht angekündigt, dass es den Grundsatz der Tarifeinheit aufgeben würde. Dieser Grundsatz war bislang ein ungeschriebener Bestandteil des Tarifvertragsrechts. Der Grundsatz besagt, dass für einen Betrieb nur ein Tarifvertrag gelten kann. Existieren mehrere Tarifverträge (mit unterschiedlichen Gewerkschaften) muss nach von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien ein Tarifvertrag für verbindlich erklärt werden. Die Aufgabe des Grundsatzes, die nun erwartet wird, hat weitreichende Folgen, die jetzt noch nicht in ihrer vollen Tragweite absehbar sind. Denkbar sind unter anderem diese Folgen:
  • Die Arbeitgeber werden damit rechnen müssen, dass wenn ein Tarifvertrag mit einer Gewerkschaft abgeschlossen wurde, eine andere einen höheren Abschluss erreichen will. Damit könnten Zustände häufig vorkommen, wie sie schon bei der Deutschen Bahn zu beklagen waren: Sobald eine Gewerkschaft ihren Streik beendet und den Tarifvertrag geschlossen hat, beginnt die nächste Gewerkschaft zu streiken. Gerade in Unternehmen, in denen jede einzelne Gruppe wichtig für den Betriebsablauf ist, kann das zu erheblichen Problemen führen.
  • Außerdem wir es schwieriger für die Unternehmen, abzuschätzen, wem sie was bezahlen müssen. Ein schneller Wechsel der Gewerkschaftsmitgliedschaft würde sofort den Tarifvertrag ändern.
  • Selbst ernannte oder tatsächliche Funktionseliten können mit Hilfe von elitären Gewerkschaften mit Hinblick auf ihre besondere Wichtigkeit bessere Bedingungen für ihre Gruppen durchsetzen. Das wird auf Dauer auf Kosten der nicht hoch qualifizierten Arbeitnehmer gehen und führt zu einer scharfen Trennung der Arbeitnehmerschaft.
  • Gewerkschaften werden künftig mit aller Gewalt versuchen, Mitglieder dadurch zu werben, dass sie höhere Tarife vereinbaren. Das geht prinzipiell zulasten großer Gewerkschaften und fördert die Verfolgung von Einzelinteressen.
  • Außerdem könnten wegen des aggressiven Wettbewerbes Arbeitskämpfe um ein Vielfaches konfrontativer werden.
  • Gewerkschaftsmitgliedschaft könnte künftig vor dem Arbeitgeber nicht mehr geheim gehalten werden. Sie müsste zur Bestimmung des anwendbaren Tarifvertrages offenbart werden.
  • Welche betriebsverfassungsrechtlichen Regeln aus mehreren Tarifverträgen gelten sollen, bleibt völlig ungewiss.
  • Gewerkschaftshopping würde zunehmen.
All diese Faktoren würden die Funktionsfähigkeit des Tarifvertragssystems schwerwiegend beeinträchtigen und die Arbeitnehmerschaft in den kollektiven Egoismus treiben. Es ist daher Aufgabe der Politik, den bewährten ungeschriebenen Grundsatz gesetzlich festzuschreiben.
 

Homepage Jusos Rhein-Neckar

 

Jusos in der SPD

 

SPD-Mitglied werden

 

Facebook

 

Newsticker

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

11.02.2026 21:41 Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz
Barrierefreiheit nützt uns allen Die Bundesregierung treibt die Barrierefreiheit voran: Das Kabinett hat am Mittwoch eine Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes auf den Weg gebracht. SPD-Fraktionsvizin Dagmar Schmidt spricht von einem wichtigen Schritt. „Der Gesetzentwurf zur Reform des Behindertengleichstellungsgesetzes bedeutet einen wichtigen Schritt hin zu einer inklusiveren Gesellschaft. Er stärkt die Rechte von Menschen mit Behinderungen und… Dagmar Schmidt zum Behindertengleichstellungsgesetz weiterlesen

11.02.2026 21:39 Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus
Rekord im Tourismus – Strategie, gute Arbeit und verlässliche Politik zahlen sich aus Stefan Zierke, tourismuspolitischer Sprecher: Der Deutschlandtourismus erreicht mit 497,5 Millionen Gästeübernachtungen einen neuen Rekord. Klare Strategie, engagierte Beschäftigte und verlässliche Politik sorgen für Wachstum, stärken die Betriebe und sichern gute Arbeit – für einen wirtschaftlich starken, sozial gerechten und nachhaltigen Tourismus in allen… Stefan Zierke zur Entwicklung im Deutschlandtourismus weiterlesen

Ein Service von info.websozis.de